FAQ - Interkulturelles Projektmanagement1. Was kann interkulturelles Management in meinem Unternehmen bewirken?
Interkulturelles Management geht über die Verbindung von Firmenkulturen ausschließlich über Kulturgrenzen im geografischen Sinne weit hinaus. Kulturunterschiede finden wir heute nicht nur in unserer Nachbarschaft. Kulturunterschiede gibt es auch zwischen Teams und Bereichen in einem Unternehmen. Hier ein paar Beispiele:
In einem Werk eines Automobilzulieferers hab die Musterfertigung, die Produktion und der Vertrieb eigene Kulturen. Von einer stark hierarchischen Ausrichtung zu einer kollektiven Teamkultur, von einem formell geprägten Umgang bis zu einem sehr freundschaftlichen Verhältnis findet man in diesem Werk alles. Leider klappt die Zusammenarbeit in Projekten schlecht. Die Werte sind sehr unterschiedlich, gleiche Begriffe haben unterschiedliche Bedeutungen. Konflikte sind vorprogrammiert.
Ein deutsches Softwareunternehmen hat zur Unterstützung Programmierer aus Indien mit der Green Card eingesetzt. Die indischen Kollegen sitzen in einem anderen Stockwerk als die deutschen Projektteam-Mitglieder. Wie Probleme gelöst werden sollen, wird von den einzelnen Mitgliedern anders gesehen und wie im ersten Beispiel sind Konflikte vorprogrammiert. Wenn dieses Unternehmen jetzt auch noch globale Kunden bedient, wird das Chaos perfekt.
Was ist die Lösung?
Interkulturelles Management beginnt mit einer Analyse der verschiedenen Firmenkulturen. Danach werden die Mitglieder der einzelnen Kulturen aneinander herangeführt und lernen Empathie für die andere Seite zu entwickeln. Führungskräfte bekommen zusätzliche Werkzeuge an die Hand, um schneller interkulturelle Teams bilden und führen zu können.
Dieser Ansatz hat sich bereits bei Kulturproblemen innerhalb eines Unternehmens, vor, während und nach M&A-Projekten und bei internationalen Projekten bewährt. Der Erfolgsfaktor Kultur wird häufig bei Seniormanagern unterschätzt und kostet jährlich Millionen EURO an Verlusten.
2. Welche Grundregeln gibt es im internationalen Geschäft?
Es gibt eigentlich nur zwei Grunderegeln, die beachtet werden müssen:
1. Im internationalen Business wird vom Verkäufer erwartet, sich dem Käufer anzupassen.
2. Im internationalen Business wird vom Besucher erwartet,sich den örtlichen Gepflogenheiten zu fügen.
Wenn Sie diese Regeln beachten, wird Ihnen vieles im internationalen Umfeld leichter fallen. Allerdings ein Wort der Wachheit: Bleiben Sie sich treu. Imitieren Sie keine Verhaltensmuster, die Sie entwürdigen könnten oder lächerlich machen vor Ihrem ausländischen Partner. Respektieren Sie jedoch in gleichen Maße die anderen Verhaltensmuster ohne Verurteilung. Chinesen wollen vielleicht gar keine Demokratie nach westlichen Vorbild. Inder sind mit dem Kastensystem vielleicht glücklicher als wir es uns vostellen können und wenn Männer in arabischen Ländern sich küssen ist das noch kein Hinweis auf ihre Veranlagung.
3. Welches sind die wesentlichen kulturellen Unterschiede?
Viele Forscher haben verschiedene Kulturmuster deifiniert. Kultur ist definiert als die Antwort des menschlichen Verhaltens auf die direkten Lebensbedingungen. Als Hinweis empfehle ich zwischen vier Verhaltensmusterpaaren zu unterscheiden:
1. Abschlussorientiert versus beziehungsorientiert. Dieses Muster unterscheidet zwischen dem Fokus auf das Geschäftliche gegenüber einen Fokus auf die menschliche Beziehung. Typische Vertreter dieser Muster sind die USA für abschlussorientiert und Japan für beziehungsorientiert.
2. Informelle versus formelle Kulturen. Formelle Kulturen bauen auf Kriterien wie Alter und Status. Informelle Kulturen auf Gleichheit zwischen den Menschen. Beispiele sind wieder die USA und Japan. Wer vertritt wohl welches Muster?
3. Zeitfixierte versus zeitoffene Kulturen. Ein Teil der Welt schätzt Pünktlichkeit und den Terminkalender, ein anderer Teil der Welt betrachtet Zeit als eine relative Größe. Dieser Unterschied kann zu sehr viel Missverständnissen führen und ist auch schwierig zu begreifen. Typische Vertreter dieser Muster sind das deutschsprachige Europa auf der einen Seite und die arabische Welt auf der anderen.
4. Expressive versus reservierte Kulturen. Wie kommuniziere ich? Bin ich eher direkt oder indirekt? Welche non-verbalen, körpersprachlichen Gesten sind erlaubt oder verboten? Bedeutet Kopfnicken ja oder nein? Ist der direkte Blick ins Auge des Verhandlungspartners erlaubt oder nicht? Die Tücken liegen im Detail.
Gerne beraten wir Sie bei interkulturellen Fragen persönlich.
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